Mamazeit – Papazeit Blogreihe

Als ich von der Blogparade las, die Steffi vom süssen Blog Mami und ich, auf dem auch oft die kleine Zoe zu Wort kommt😉, kürzlich ins Leben gerufen hat, stellte ich mir unter ihrem Titel „Freizeit Mama vs. Freizeit Papa“ erst etwas anderes vor: Ich nahm an, dass es um die unterschiedliche Freizeitgestaltung von Mama oder Papa und Kind gehen würde. Also darum, wie verschiedenartig Mama und Papa die Zeit mit dem Kind verbringen und was jeder sich so einfällen lässt…Wahrscheinlich lag es daran, dass ich mich während des Lesens gerade in der Mittagspause eines Full-time-Wochenendes befand und mein Mann daheim zwei volle Tage Kinderprogramm zu bewältigen hatte…dies aber trotz anfänglicher Bedenken unser allerseits prima (und trotz Fieber) top meisterte!

Aber nein: Steffi möchte von uns Eltern wissen, ob und in welcher Art und Weise sich Mama und Papa eine kinderfreie Zeit gönnen, alleine oder eben als Paar. Sie selbst findet es nämlich gar nicht so einfach, sich von ihrer Tochter zu lösen, um sich das eine oder andere Mal eine kleine Auszeit (neben der Arbeit) zu ermöglichen.

Wie sieht das bei uns aus?

Mein Mann und ich sind prinzipiell recht verschieden im Bezug auf das Bedürfnis, sich auch mal Zeit für sich selbst zu nehmen. Oder besser: wir brauchen diese Zeit beide, aber in einer anderen Form: Während es meinem Mann „reicht“, genügend Zeit und Raum seiner Arbeit als Selbständiger widmen zu können, reicht mir mein Job nicht aus, um Abstand vom Alltag zu gewinnen. Erstens, weil ich als Fremdenführerin unregelmässig arbeite und somit keine festen, routinierten Zeiten habe, und zweitens, weil ich gerne, im Bereich des Möglichen, noch anderen Interessen nachgehe. Im Gegensatz zu meinem Mann brauche ich einfach ab und ein einen Spaziergang, mutterseelenallein in der Natur, um entspannen zu können, eine freie Stunde, um ein paar Bahnen im Schwimmbad zu drehen und mich auszupowern, oder um in der Küche beim Backen oder beim Schreiben meiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Ich bin liebend gerne mit meinen Kindern zusammen, benötige aber auch freie Spitzen für mich. Ich bin nicht „nur“ Mama.

Die „kinderfreie“ Zeit in unserem Alltag beschränkt sich auf die Vormittage, in denen unsere Sprösslinge von 9-13 Uhr in der Kita bzw. in der Krippe sind. In dieser Zeit geht mein Mann seiner Arbeit nach und ich kümmere mich um den Haushalt, gehe einkaufen, auf die Ämter, koche, bereite anstehende Führungen vor oder erledige jobrelevante Angelegenheiten. Je nachdem. Für mich heisst es an den Vormittagen immer voll Gas geben, denn sobald unsere kleinen Wonneproppen mittags wieder eintrudeln, schafft man nicht mehr wirklich viel…

Natürlich könnte ich mir während der Kitazeiten ab und an mal ein Stündchen für mich gönnen; eine Stunde, in der ich abschalte, mal nicht an gefühlte 20.000 Dinge gleichzeitig denke („Was koche ich für heute abend?“, „Oje, ich hab‘ die Wechselsachen für die Kleine vergessen!“, „Ich muss unbedingt heute diese e-mail-Anfrage beantworten!“, „Wie sehen denn die Fenster schon wieder aus!“ Etc. etc. etc.) und einfach mal meinen Interessen nachgehe. Aber damit tue ich mich schwer. Zum einen, weil das Verantwortungsgefühl oft überwiegt und mich dazu bringt, nach dem Vorsatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ zu handeln und mir dann, wenn alles halbwegs geschafft ist, einfach die Zeit für mehr fehlt. Zum anderen, weil ich mich nicht selten dabei ertappe, trotzdem, also auch wenn ich mich doch mal zu einer Joggingstunde oder einer Cappuccinopause in der Bar überreden konnte, nicht abschalten zu können und in Gedanken immer meine TO-DO-Liste abarbeite. Keine perfekten Voraussetzungen für eine Auszeit…

Ausserdem kommt hinzu, dass ich vornehmlich am Wochenende arbeite und somit unter der Woche so gut es geht im Haushalt „vorarbeite“, um reinen Gewissens meinen Mann und meine Kinder alleine zu lassen. Mit der Gewissheit, dass sie einen vollen Kühlschrank und (möglichst gesunde und für unser Allergikerkind passende) vorgekochte Mahlzeiten, genug saubere und gebügelte Wäsche im Schrank und eine halbwegs ordentliche Wohnung vorfinden.

Dazu gesellt sich die Tatsache, dass wir keine Grosseltern in der Nähe oder Verwandte haben, mit denen wir so vertrauensvoll in Kontakt ständen, um ihnen unsere Kinder mal bei Bedarf abends oder am Wochenende anzuvertrauen. Deswegen jonglieren wir unseren Altag zwischen uns beiden Elternteilen. Mit gesunden Kindern, kranken Kindern, Arbeit, Verpflichtungen, etc. Ein romantischer „Pärchenabend“ war schon eine Ewigkeit nicht mehr drin: In fast 4 Jahren als Eltern waren wir geschlagene EIN Mal zu zweit aus. Und schauten in den 2 Stunden ununterbrochen auf’s Handy, um uns zu vergewissern, dass es unserem Kleinen (damals noch Einzelkind) bei seiner sich zum Babysitten bereit erklärten Tante gut ging.

Als wir nur ein Kind hatten, fiel es mir trotzdem persönlich einfacher, das zu Erledigende gekonnt zu ignorieren und etwas für mich zu tun. Irgendwie war ich damals entspannter und genoss in vollen Zügen die erste Elternzeit: Gemeinsam mit dem Kleinen besuchte ich Babykurse, wir gönnten uns ausgedehnte Spaziergänge zu zweit, wir spielten, lasen und kuschelten viel. Und abends, als der Kleine relativ zeitig (für italienische Verhältnisse jedenfalls!) ins Bett ging, schauten wir doch tatsächlich noch ab und an Fernsehen! In dieser Zeit schaffte ich es sogar, eine sechsmonatige Weiterbildung zu absolvieren, für die ich an drei Abenden pro Woche Unterricht hatte und somit 6 Stunden am Stück ausser Haus war. In der Zeit kümmerte sich mein Mann um das Söhnchen. Dazu lernen, Praktikum, wochenendliche field trips, Prüfung schreiben und möglichst bestehen. Irgendwie ging das.

Jetzt mit zwei kleinen Kindern sieht das Ganze schon anders aus. Manchmal scheint es, als hätten sich die alltäglichen Verpflichtungen, Termine, Erledigungen verdoppelt und die Zeit sich extrem verkürzt. Gefühlt hat man immer nur die Hälfte der Sachen geschafft, die man ursprünglich geplant hatte, und die wenigen „freien“ Momente, die man mit einem Kind noch irgendwie freischaufeln konnte, fallen nun weg. Schon ewig kein Fernsehen mehr geschaut – oder wenn, dann zu unmöglichen Nachtzeiten und auch nur, um den Tag zu „verdauen“ oder um beim nächtlichen Stillen der Kleinen nicht einzuschlafen…

Apropos Stillen: Ein Grund, warum es mir als Mama seit über einem Jahr unmöglich ist, abends, wenn die Kinder schlafen, das Haus zu verlassen, ist die Tatsache, dass wir unsere Kleine…sagen wir…etwas verwöhnt haben was die Bettruhe angeht. Richtig „Ruhe“ ist eigentlich nie, da das Mäuschen mehrmals nachts wach wird und sich nur mit Mama’s beiden „Pölsterchen“ beruhigen lässt. Das ist (noch) okay für mich, schränkt aber natürlich ein.

Zeittechnisch gesehen ist es demzufolge etwas schwieriger mit zwei kleinen Kids: Wenn einer schläft, ist der andere schon wach; Krankheiten werden staffelartig weitergegeben, so dass immer irgendwer in der Familie hüstelt oder schnieft; und überhaupt ist das ganze Unterhaltungsprogramm für die Minis bunter und „anspruchsvoller“😉 geworden.

Fazit: Wie soll man da als Mama oder Papa noch an Hobbies oder Auszeiten denken? Manchmal siegt die Müdigkeit, ein anderes Mal der Berg an Bügelwäsche, das nächste Mal ein fieberndes Kind oder eine aufgeschobene Jobsache. Irgendwas ist immer. Irgendwas hält einen immer ab, sich mal auszuklinken.

Aber trotzdem: Ich bin der Meinung, dass man(n) und frau sich ab und an ein paar freie Minuten schaffen sollten. Unter „frei“ verstehe ich allerdings nicht die 4/6/8 Stunden auf Arbeit. Nein, mit „frei“ meine ich die Zeit, in denen man sich eine echte Pause gönnt, um mal kopflos und unbeschwert das tun zu können, wozu man Lust hat. Mit oder ohne Kinder, je nachdem, wie einem ist. Als Eltern fällt einem diese „Aufgabe“ nicht leicht, denn wie allen Mamas und Papas gilt auch mein erster Gedanke jeden Morgen meinen Kindern und deren Wohlergehen. Ab und an muss ich mich persönlich jedoch wahrlich dazu zwingen, mich nicht hinter den Kindern, dem Haushalt, der Arbeit zu vergessen. Jetzt mal nicht den Staubsauger in die Hand zu nehmen, den PC PC sein zu lassen und für abends mal eine Pizza zu bestellen anstatt am Herd zu stehen. Auf lange Dauer brennt das „Sich-vergessen-und-nur-die-Arbeit-sehen“ einen nämlich langsam aber sicher aus. In jenen Momenten geht es um mich, um uns als Paar, um unsere Gesundheit, um die Notwendigkeit, leere Batterien wieder aufzuladen oder einfach darum, mal wieder eine Freundin auf einen Kaffee zu treffen- eben auch mal ohne Kinderwagen. Und nach dem etwas anstrengenden vergangenen Wochenende werde ich meinem Mann wohl mal zu einem Bierchen mit einem Freund überreden…

In diesem Sinne hoffe ich, der Steffi und Euch Lesern meine Sicht auf die Dinge geschildert zu haben. Wenn ihr Lust habt, ebenfalls bei dieser Blogreihe mitzumachen, dann schaut doch gerne bei Mami und ich vorbei!

 

 

 

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. mamavonzoe sagt:

    Vielen lieben Dank für deine Antwort! Wahnsinn, wie du das alles schaffst. Und ich rede ja nur von einem Kind 😉 Hut ab meine Liebe, ich kapituliere jetzt schon manchmal vor Wäscheberg oder dem Saustall, der ab und an herrscht. Aber du hast Recht, „frei“ nehmen muss trotzdem manchmal drin‘ sein, vor allem dann, wenn wirklich alles zu viel wird. Und wenn es nur eine heiße Wanne ist, in die man sich mal für eine halbe Stunde verziehen kann, mit Buch und einem guten Glas Wein. Mir geht’s ja auch so, ich „muss“ ja nicht raus, die besten Verschnaufpausen habe ich immer noch zuhause, wenn alles ruhig ist.
    Toll, wie du das alles machst!!! Ganz liebe Grüße, Steffi

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    1. Mäusemamma sagt:

      Liebe Steffi! Ja, im Vergleich zu vor einigen Jahren, in denen ich Single und relativ selbstbestimmt war und nach der Arbeit tat, wonach mir war, habe ich meine Ansprüche doch ganz schön zurückgestellt. Aber manchmal fordere ich sie eben doch ein. Jeder geht auch anders mit Stressabbau um…Viele Grüsse zurück und danke für die Blogreihe! Claudia

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