Meine Bettgeschichten

Ok! Ich weiss! Ihr habt ja recht! Für einen Eltern-Blog scheint mein gewählter Titel eher…naja, sagen wir…leicht unpassend? Obszön? Makaber? Fehl am Platz?

Doch hinter dieser nicht jugendfreien Überschrift verbirgt sich keineswegs eine Liste meiner verflossenen Jugendschwärmereien (der Titel wäre dafür wirklich übertrieben!), sondern vielmehr ein Beitrag, den ich „einbetten“😉 möchte in die Blogreihe „Familienmomente“, welche die nette Küstenmami kürzlich ins Leben gerufen hat: Jeden Mittwoch soll ein besonders einprägsamer Augenblick mit der Familie festgehalten werden. Als Erinnerung. Als Instantaufnahme. Um die Augen auf zu halten im oft hektischen Alltag.

Ausserdem kursierten in letzter Zeit in der Bloggerwelt einige Diskussionen und Berichte zum Thema „Familienbett-ja oder nein?“, die ich mehr oder weniger aufmerksam verfolgte. Also eigentlich eher weniger als mehr, um ehrlich zu sein, denn EIGENTLICH war diese Familienbettsache bei uns bis dato gar kein Thema. BIS VOR KURZEM jedenfalls.

Uns war immer klar, dass Jeder in sein eigenes Bett zum Schlafen und Schnarchen gehörte. Vor allem ging es uns Eltern dabei um die Erhaltung einer gewissen Privatsphäre (es muss jetzt nicht gleich um die Ecke gedacht werden!). Nachts sollte man einfach die Möglichkeit haben, Abstand zu gewinnen vom Tag. Wir von den Kindern und die Kinder von uns.

Dieses Vorhaben klappte auch mit unserem ersten Nachwuchs von Anfang an recht problemlos:

Zur Nachtruhe erst Kinderwagen, dann Kinderbett, und irgendwann grosses Kinderzimmerbett.

Alles paletti soweit… BIS VOR KURZEM. Also EIGENTLICH.

Denn schon recht bald begann klein Nachwuchs Nummer zwei ganz unbemerkt und listig, diese bis dahin recht gut eingespielte Familenroutine clever und gekonnt aus den Angeln zu heben:

Erst Babywiege, dann Brustschlafen bei Mama, dann Babybett und Brustschlafen, dann Babybett und nun, ganz geschickt, „BeiMamaUndNurDaSchlafen“. Nichts mit Abstand, sonst gibt es Aufstand! Eine unaufgeforderte Selbsteinladung ins Ehebett folgt also nachtnächtlich, nur zu unterschiedlichen Zeiten. Der Überraschungseffekt soll ja nicht fehlen!

Und das heisst für uns dann erstmal action: Im Stockfinsteren alle Kissen an die äussersten Bettkanten rücken, den letzten Bettdeckenzipfel für uns selbst retten, während die Bettmitte von einem neuen, sich geschickt Platz schaffenden Schlafgast bezogen wird. Und dann geht’s natürlich auch prompt ran an die Milchbar…

EIGENTLICH hat diese „Tatsache“ BIS VOR KURZEM Nachwuchs Nummer eins überhaupt nicht gross gejuckt- das nahmen wir jedenfalls gutgläubig an. Er schlummerte weiterhin in seinem eigenen Bett, in seinen eigenen vier Wänden, natürlich auch mit seinen eigenen (Einschlaf)Ritualen und (manchmal recht eigensinnigen) Gewohnheiten. Aber wenigstens war er in Sachen Bettfragen unkompliziert. (Hach, schon wieder so eine nicht jugendfreie Aussage!).

BIS VOR KURZEM.

Ich weiss nicht, ob es eher die Eifersucht oder das Kranksein war, welches unseren kleinen Grossen vor einigen Tagen frühmorgens in aller Dunkelheit zu uns ins Schlafzimmer führte. Im Halbschlaf hörte ich nur, wie die Tür quietschte, und wenig später standen Nachwüchschen und Plüschteddy leicht fröstelnd neben mir an der Bettkante. „Darf ich zu euch kommen, Mama?“ Hätte er sich auf der Bettseite seines Papas platziert, hätte der Arme sicher gleich wieder den Rückwärtsgang in Richtung Kinderzimmer einlegen dürfen. Meinem Mann reicht nämlich ein Kind in unserem nicht mal 2m breiten Bett. Dieses hatte in jener Nacht übrigens schon ein paar Stunden vorher den Umzug gewagt und durfte sich nun auch am Eintreffen seines grossen Bruders erfreuen. Er hingegen zeigte sich eher weniger begeistert über seine „sperrige“ Konkurrentin.

Wie dem auch sei: Kind Nummer eins gesellte sich zu uns und nahm den letztmöglichen Schlafposten neben mir ein. Mehr ging nicht, alle Kapazitäten waren nun ausgelastet. Und irgendwann setzte also bei mir das Sandwichfeeling ein, kennt ihr das?: Nuckelndes Kleinkind links, schmusewilliger Sohnemann inklusive Teddy rechts, schnarchender und von allem absolut nichts mitbekommender Mann auf dem letzen freien 15cm Bettstreifen zu meiner (ehemaligen) linken Seite.

Für mich war keine Wendemöglichkeit in Sicht, mein Körper MUSSTE in dieser Position und keiner anderen bleiben, wollte ich nach einigen Minuten des Hin-und Herwälzens auf meiner rechten Seite Niemanden wieder aufwecken. Bloss das nicht!

War ich vorher eher erwärmungsbedürftig unter der zu leichten Decke gewesen, fühlte ich mich nun…irgendwie gar und servierbereit. Das warme Würstchen zwischen zwei Brötchenhälften halt. Welches unbedingt mal ins Bad hätte müssen…

WOW! Und das alles um früh halb 5. „Romantische Wohlfühlatmosphäre bei frostigen Aussentemperaturen“ wäre eine perfekte Bildunterschrift in einem dieser familienfreundlichen Urlaubsprospekte gewesen. Und dazu GRATIS.

Aber trotzdem: Irgendwie fand ich dieses Szenarium auch toll. Die ganze Familie gemütlich vereint in einem Bett. Acht Stinkefüsse unter einer Decke. Na gut, das mit dem „gemütlich“ würde ich jetzt nicht ohne Weiteres unterschreiben (das mit den Stinkefüssen schon eher!), aber irgendwas Grandioses hatte diese Butterbrotsituation schon! Als ich mir meinen Kopf nach einiger Zeit des Wachliegens und Nichtmehreinschlafenkönnens wieder zu drehen wagte, durfte ich auf der einen Seite ein friedlich schlafendes Töchterchen betrachten, auf der anderen Seite bot sich mir der Anblick meines dösenden Söhnchens, der in unserer Nähe wieder zur Ruhe gekommen war. Und natürlich mein (immer noch) schnarchender Mann ganz aussen.

Trotz Bewegungsunfähigkeit, lästigen Rückenschmerzen und einer mittlerweile reichlich drückenden Blase hätte ich in jenem Augenblick nirgendwo anders sein wollen. Echt jetzt. Für mich war DAS einer meiner schönsten Familienmomente…Eine Momentaufnahme von genau dem, was unser Leben als Eltern gerade ausmacht: Geborgenheit geben, Platz schaffen, sich zurücknehmen. Alles fühlte sich gerade so richtig an. In jenem Augenblick war alles gut so.

Also EIGENTLICH.

Denn dummerweise hatte ich den Wecker in eine für mich zu jenem Zeitpunkt unerreichbare Ferne gestellt, so dass es sich trotz versuchter Akrobatik meinerseits als unmöglich erwies, ihn vor dem Klingeln mundtot zu machen. Da war die Poesie vorbei: Nach einem kurzen Schreckmoment sass die Kleine relativ zackig, sofort munter und gutgelaunt in unserer Mitte. Nachwuchs Nummer eins hingegen weigerte sich noch etwas, die wohlig warme rechte Bettseite freizugeben. Und von Seiten meines Mannes murmelte es lediglich ein paar Wortfetzen wie: „Da haben wir den Salat!! DU gewöhnst ihm das jetzt bitte schön wieder ab!“

Och, ich weiss, das sollte ich vielleicht. Aber so schnell werde ich das wohl nicht tun! Vielleicht kommen wir dann nochmal in den süssen Genuss einer nächtlichen Familienkuschelrunde- ungeplant, spontan und wohlig warm!

 

 

 

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. kiwimamasblog sagt:

    Oh was für ein schöner Familienmoment! Aber Respekt, wie ihr euch da zurechtgeruckelt habt und typisch, dass ein Mann davon nichts mitbekommt und man selbst nicht schlafen kann! Kenn ich auch irgendwoher 😉

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Mäusemamma sagt:

      Gut, dass ich damit nicht alleine bin;)!! Eh mein Mann von irgendwas wach wird, muss schon Katastrophenalarm sein…!! Viele Grüsse! Claudia

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      1. Anna sagt:

        :-), meiner ist auch so. Liegt das in den Genen? 😉

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      2. Mäusemamma sagt:

        Ja, nehme ich mal stark an😉😉😉

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  2. Küstenmami sagt:

    Hej, das klingt sehr gemütlich, trotz der Enge. Gegen letztere kann man ja auch etwas tun: Vielleicht baut Ihr einfach an?

    Vielen Dank für Deinen #Familienmoment! Deine Küstenmami

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    1. Mäusemamma sagt:

      Ne Du, ich glaub mein Mann würde da sofort ein Veto einlegen😉! Bis zum nächsten Familienmoment (oder Urlaubstipp?-btw: Hast Du meine mail erhalten?) Viele Grüsse! Claudia

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