Mamma mia kocht!

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In einem meiner ersten Beitrage hatte ich bereits schuechtern den Wunsch geaeussert, auf diesem Blog einige Rezepte, die ich gerne fuer die ganze Familie in der Kueche verwirkliche, zu veroeffentlichen- sozusagen als Kochbuch fuer mich und vielleicht auch als Inspiration fuer andere?

Vor allem, seit ich hier in Italien Fuss gefasst und eine Leidenschaft fuer die „cucina italiana“ entdeckt habe, experimentiere ich liebend gerne an meinem Herd/Ofen herum. Kochen und Backen (in Ruhe, versteht sich!) tun mir gut, entspannen mich und komischerweise sind dies wohl einige der wenigen Taetigkeiten, bei denen die Zeit verfliegt, ohne dass ich es bemerke. Ich mag raffinierte Gerichte, ausgefallene oder auch mal ganz traditionelle (vielleicht bis dato unbekannte) Rezeptideen und vor allem kulinarische Mitbringsel…Mal italienisch, mal gemixt, gerne auch mal „einfach“ klassisch deutsch (vor allem bei Kuchen!).

Doch seit sich unsere kleine Familie vergroessert hat und wir nun auch zwei kleine „Maeuse“ am Tisch sitzen haben, bleibt dazu nur recht wenig Zeit. Gaebe es nicht ab und zu mal Anlaesse, um ueber die Alltagskueche hinaus zu gehen, besteht zugegebenermassen schon manchmal die Gefahr, aus Zeitgruenden und chronischem Topfmangel (neue Toepfe stehen schon auf meinem Wunschzettel fuer Weihnachten!) eher einseitig und schlicht zu kochen.  Mamma mia versucht jedoch zwei Mal taeglich ihr Bestes….

Doch aus demselben Grund wird dieser Blog wohl nie einer von diesen tollen, wunderschoen anzusehenden Gourmetblogs werden, auf dem man extravagante, exotische Gerichte auf eleganten Tellern, inmitten einer blitzeblanken Kueche sehen kann. Versteht mich nicht falsch, ich selbst mag diese Seiten und bewundere oft die Kreativitaet, die hinter diesen klasse Aufnahmen steht, doch hier soll es nicht um den Behaelter, sondern in erster Linie um den Inhalt gehen. Im Italienischen gibt es ein passendes Sprichwort, welches zwar aus der kulinarischen Ecke stammt, aber auf verschiedenste Lebensbereiche und Situationen angewandt werden kann: „Tanto fumo, niente arrosto“. Viel Qualm aber kein Braten.

Vor allem, seit meine BEIDEN Kinder Geschmack am Essen gefunden haben (ueber diese Problematik hatte ich bereits hier berichtet) und es fuer mich taeglich eine Freude ist, ihnen bei Tisch zuzusehen und sie regelrecht zu bewirten (nicht umsonst leben wir in Italien;)!), fuehle ich das Mamasein erst richtig. Das mag vielleicht eigenartig und fast schon altmodisch klingen, doch ich empfinde das Kochen fuer meine Familie als eine Bereicherung in meiner Mutterrolle. Klar ist es auch oft ein Akt des Jonglierens, wenn ploetzlich alle Maegen auf einmal und fuer mich unvorbereitet „Hunger“ schreien und frau sowohl allergikerfreundliche als auch kindertaugliche Kost auf den Tisch zaubern moechte…Doch dann erinnere ich mich daran, wie mir als Kind damals gewisse „Sitten“ oder Gebraeuche zu Tisch auch irgendwie ein Gefuehl von haeuslicher Geborgenheit gegeben haben.

Wie toll, wenn meine Mutti ueberraschenderweise zum Fruehstueck mal Eierkuchen mit Apfelmus machte! Und wenn es noch dazu diese (aus heutiger Sicht viel zu) suesse Kondensmilch aus Tschechien gab, die mein grosser Bruder und ich in leere Nutellaglaeser aus dem Westpaeckchen fuellten und NUR sonntags zum Fruehstueck loeffelten…dann, ja dann war der Tag daran, perfekt zu werden!

Nicht zu vergessen eines meiner Lieblingsgerichte, welches es nur zu besonderen Festlichkeiten gab und schon alleine deshalb so besonders war: Gaensebraten mit Gruenen Kloessen, Rotkraut UND, ganz wichtig, die selbergemachten Semmelbroesel meines Vatis. Die, die nicht mehr in die Kloesse passten, durften wir Kinder schon vor dem Essen naschen!

Oder die sonntaeglichen, sommerlichen „Ausfluege“ zur einzigen Eisdiele in unserem DDR-Wohngebiet mit dem fuer uns besten Eis der Welt. Oder meine  liebliche Erinnerung an die gruenen, bitteren Apfelspalten, auf denen meine Mutti ein wenig Zucker streute, um mir mein Kranksein zu versuessen…

Noch waehrend meiner ersten Jahre, in denen ich hier in Italien lebte und aufgrund meiner damaligen Taetigkeit (irgendwann schaffe ich es bestimmt, etwas ueber meine mittlerweile 15 italienischen Jahre zu schreiben!) nur selten nach Hause flog, hiess es immer schon am Telefon: „Naa, was wuerdest Du denn gerne mal wieder essen?“ Fuer mich ein liebevolles Zeichen der Zuneigung und zugleich eine Frage mit multiple -choice-aehnlichen Antworten: Vielleicht Quarkkeulchen? Putenpfanne mit Gurken-Zucchini-Gemuese? Leberwurstschnittchen (hier waeren diese wohl ganz verpoehnt!)? Oder ganz klassisch Koenigsberger Klopse mit Kartoffelbrei? Alles, nur nicht die fettige Nudelsuppe meiner Oma, die ich als Kind regelrecht gehasst habe! Das lag wohl auch an meiner zwiespaeltigen Beziehung zu meinen Grosseltern…

Essen hat also fuer mich auch viel mit Zugehoerigkeit, mit sich daheim fuehlen, mit Geborgenheit zu tun, die gerade fuer Kinder so wichtig sind. Liebe geht eben doch durch den Magen. Fuer mich als Mama zaehlen die gemeinsamen, wenn auch manchmal chaotischen Mahlzeiten mit der Familie zu den schoensten Momenten des Tages. Essen, schmatzen, schwatzen, sich ueber den Tag unterhalten, planen, auch mal singen, nebenbei fliegende Loeffel unserer Kleinsten beim Zielflug in Richtung Kuechenwand abbremsen (sehr romantisch!) und… zu warten, bis alle fertig haben…ehm, ich meinte sind, um gemeinsam den Nachtisch zu vertilgen! Der darf bei uns naemlich zu keiner Mahlzeit fehlen…

Ich hoffe dann insgeheim, dass sich unsere erwachsenen Kinder in zwanzig, dreissig Jahren auch gerne an manche dieser „Familienmomente“ erinnern werden. Vielleicht an unser inzwischen zur Tradition gewordenes Pizzaessen zum Sonntag Abend. Oder an die allergikerfreundliche, aber aeusserst leckere Lasagne, die ich unserem Grossen jeden Samstag zum Mittag zubereite. Oder einfach nur an die besonderen Sonntage im Jahr, an denen der Papa aus der Pasticceria um die Ecke gefuellte Croissants zum Fruehstueck holt…

Demnaechst folgen also meine ersten Rezepte, die ich gerne fuer Kind und Kegel zubereite. Einfach aber lecker. Kinderfreundlich und gesund. Mit Leidenschaft und… mit Bildern (auch die schlicht aber hoffentlich appetitanregend)!

Seid gespannt auf ….Allergiker-Lasagne und Apfel-Kokos-Fruehstueckstorte…

Bis bald!!

Die Maeusemamma(mia)

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