Was, wenn das Kind allergisch ist?

Was bedeutet es fuer eine Familie, mit einem allergischen Kind seinen Alltag anzugehen? Und wie kommen frischgebackene Eltern mit einer Situation klar, in der sie vor einem scheinbar unloesbaren Raetsel stehen: Was hat unser Kind nur? Warum geht es ihm nicht gut?

Bitte entschuldigt die Laenge dieses Beitrages, doch wie ich schon an einige anderen Stellen erwaehnt hatte, leidet unser Sohn (*Mai 2012) unter einer Vielzahl von Lebensmittelallergien. Bis heute darf er kein Gluten, also weder klassisches Brot, Kekse, Backwaren, Teigwaren, die Mehl und Gluten enthalten, zu sich nehmen. Er ist allergisch auf Eier und demzufolge alle Produkte, die Eier enthalten. Er darf keine Kuhmilch und Milchprodukte wie Kaese, Quark, Pudding, Eis etc.essen. Keine Kartoffeln, keine Bananen, keine Sojaprodukte etc. etc. Die Liste ist lang.

Manch einer wird sich nun fragen, was der Arme denn nun essen DARF?! Und wie wir festgestellt haben, dass er Allergiker ist? Und vor allem, was das fuer unseren Alltag als Familie bedeutet.

Solltet ihr an dem Thema „Kinder mit Allergien“ interessiert sein, koennt ihr mich auch gerne privat kontaktieren, um einen Austausch aufzubauen.

Bitte lest den Blog, der unsere Odissee beschreibt, aber anderen Eltern mit aehnlichen oder gar ernsthafteren Problemen Mut machen soll. Danke!!!

NEURODERMITIS

Unser Sohn wurde im Mai 2012 geboren, etwas spaet durch eine Geburtseinleitung, aber gesund, munter und ganze 4 kg schwer. Die ersten 3 Monate verliefen problemlos: Der Kleine schlief, ass und machte die ersten Entdeckungen auf dieser Welt wie jedes Baby. Allerdings entwickelte er relativ frueh eine ausgepraegte Milchkruste sowie viele kleine “Waermepusteln”; wie wir sie damals nannten, besonders im Gesicht, und ein atopisches Ekzem in den Hautfalten am Hals und den Gliedmassen. Die Milchkruste wurde von der damaligen Kinderaerztin als relativ harmlos und sehr haeufig vorkommendes, voruebergehendes Phaenomen angesehen, und die Reizungen in den Hautfalten wurden meist auf die sommerlichen Temperaturen geschoben und die Tatsache, dass Saeuglinge ja noch keinen “richtigen” Hals haben und in den Falten viel schwitzen.

Nach den ersten 3 Monaten verschlimmerte sich die Situation jedoch merklich: Die Neurodermitis wurde zunehmend schlimmer bis an den Punkt, an dem nur noch Bauch und Ruecken frei waren und mich irgendwann die Leute auf der Strasse ansprachen und fragten, ob sich unser Kind denn verbrannt haette! Die Nerodermitis fuehrte den Kleinen natuerlich dazu, sich staendig und vor allem nachts zu kratzen, so dass er irgendwann zu mir ins Bett zog und ich ihm waehrend des Schlafens die Haende festhielt, damit er sich nicht zerkratzen konnte. Dazu kam natuerlich viel Weinen und Unwohlsein. Ausserdem begann er, viel zu spucken (die Aerztin meinte, Reflux sei relativ normal, vor allem bei Jungs, und wollte uns darauf untersuchen lassen) und Durchfall zu haben. Und er nahm nicht mehr an Gewicht zu, vom dritten bis zum sechsten Monat wog er immer gleich, auch wenn dies nicht unbedingt so auffaellig war, da er schon immer ein relativ grosses (aus heutiger Sicht vielleicht eher “aufgedunsenes”) Kind war. Sein Blick wurde mit der vergehenden Zeit immer leerer, er lachte kaum noch, hatte Augenringe und eingefallene Augen (durch den Fluessigkeitsverlust ueber die Haut, das Brechen und den Durchfall) und man sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging.

Aber was tun? Gerade was Neurodermitis angeht, gibt es ja viele Theorien, woher diese kommen kann. Uns wurde meist gesagt, dass diese besonders bei so kleinen Kindern auch von heute auf morgen verschwinden oder sich auch verschlechtern kann, ausgeloest durch unbekannte und unbestimmte Faktoren: Klima, bestimmte Substanzen, Stress etc. Irgendwie hatten wir das Gefuehl, nirgends richtigen Rat zu finden, sei es bei der Kinderaerztin, im Internet, beim Homeopathen. Wir wollten ja auch nicht ueberall die Tueren einrennen und irgendwie auch sehen, wie sich sein Zustand entwickelte.

Doch in der Zwischenzeit verschlimmerte sich die Haut und mit Cremes etc. versuchten wir, sie irgendwie zu “heilen”, aber ohne Erfolg. Von Kortisoncremes etc. aber wollten wir gar nichts wissen, weil uns davon immer abgeraten wurde. Unseren Kleinen zu baden wurde zum Albtraum: er schrie und es war unmoeglich fuer mich, ihn alleine zu waschen, da er strampelte wie ein Wilder und er nicht zu halten war, so unangenehm muss es fuer ihn gewesen sein, Wasser auf seiner Haut zu spueren.

Durch Zufall und viel Rumfragen sind wir dann, nach 3monatiger Odissee und dem Entschluss, unserem Kind zuliebe jetzt irgendwas unternehmen zu muessen, auf eine Kinderaerztin in Rente gestossen, die auf Allergien spezialisiert war. Erst sie hat uns darauf gebracht, mal in diese Richtung zu forschen und uns eine Reihe von Allergenen (durch Blutabnahme) testen lassen, um zu schauen, ob denn Allergien der Ausloeser fuer die Neurodermitis, das viele Brechen und den Durchfall sein koennten. Volltreffer! Dabei stillte ich noch voll! Als wir die Testergebnisse erhalten und sie ihr gezeigt haben, hat sie uns ans Herz gelegt, sofort eine Allergologin aufzusuchen in einem Turiner Krankenhaus.

ALLERGIEN

Per email kontaktierten wir die empfohlene Aerztin und haengten auch die Blutergebnisse mit ran.

Die Werte fuer einige getestete Substanzen und die Ige-Werte waren zum Teil so hoch, dass man sie auf den Testergebnissen gar nicht mehr in Zahlen gefasst hatte: Die Grenzwerte lagen bei 0,10 und unser Kleinet hatte teilweise Werte von “>100”, z.B. auf Gluten, Ei und Milch! Wahrscheinlich erkannte die Aerztin sofort den Ernst der Situation und schickte mir per sms (!) einen Termin fuer den Tag darauf (man bedenke, dass es hier in Italien normalerweise monatelange Wartezeiten gibt, vor allem im oeffentlichen Bereich). Den nahmen wir natuerlich sofort an.

Im Krankenhaus angekommen hat uns die Aerztin gleich eingewiesen in die Saeuglingsstation, da sie der Meinung war, dass ein paar Tage Intensivtherapie auf keinen Fall schaden wuerden. So wurde unser Kleiner erst einmal „entkrustet“, d.h.die infizierte Haut behandelt. Er bekam Antibiotikum, da seine Haut durch die vielen offenen Stellen schon mit Bakterien behaftet war; dazu noch eine intensive Behandlung mit Kortisoncreme.

Die ersten Tagen waren wir zunaechst ganz zuversichtlich; die Aerztin meinte, 2-3 Tage wuerden reichen, um ihn wieder „flott“ zu machen. Gleichzeitig hat sie aber auch weitere Blut- und Allergietests angeordnet, deren Ergebnisse wir nun abwarten mussten. Die waren dann eben nicht so toll: Durch die offenen Stellen hatte unser Kleiner viel Eiweisstoffe verloren und demzufolge waren seine Abwehrkraefte auch am Boden. Das hiess fuer uns dann erstmal Einzelzimmer, damit er nicht in Kontakt mit eventuellen Krankheitserregern kam und Tropf Tag und Nacht (mit Antibiotikum und Fluessigkeit). An einem Fuss war er an den Tropf gebunden, am anderen an die Herz- Kreislaufmaschine.

Die weiteren Allergietests, auf die wir gewartet hatten ergaben, dass er so gut wie auf alles allergisch ist; so wie auf Gluten, Ei und Milch, sogar auf Kartoffeln! Seine Werte lagen zum Teil 1000 Mal ueber dem Limit. Auch auf Moehren, Reis, Mais, Huhn, Apfel, Bananen etc., also auf alles, was man so kleinen Kinder so am Anfang gibt, reagierte sein kleiner Koerper zu der Zeit  allergisch. Und da ich ja bis dahin ausschliesslich gestillt hatte, ist er ueber die Muttermilch mit all diesen von seinem Immunsystem faelschlicherweise als Allergene erkannte, jedoch eigentlich harmlose Substanzen, in Beruehrung gekommen. Deshalb der Ausbruch seiner Neurodermitis und seines Brechens und Durchfalls. Ausloeser ein Defekt im Immunsystem, welcher aber im Laufe der ersten Lebensjahre „verschwinden“ sollte. Ich musste in der Zwischenzeit strikt Diaet halten, also alles vermeiden, auf was er allergisch sein koennte; immerhin habe ich bis dahin gestillt. Somit habe ich im Krankenhaus nur Moehren, Reis, Mais und Fleisch bekommen, also nix Suesses, keine Milch, geschweige denn mal einen Kaffee, der dringend notwendig gewesen waere!

Also haben wir ihm eine Art Ersatzmilch in Pulver verabreichen muessen, und Gott sei dank und zu meinem Erstaunen hat es eigentlich von Anfang an geklappt mit dem Flaeschchen. Ich habe mir die Milch abgepumpt.

Dann aber haben wir einen argen Rueckfall erlebt, denn nach ca. 2 Tagen Ersatzmilch hatte unser Sohn einen allergischen Anfall, nachdem er die Flasche bekommen hatte. Zum Glueck war unsere Aerztin gerade da, die gleich Adrenalin ueber die Atemmaske und Antisthaminika intravenoes verordnet hat. Ein ordentlicher Schreckensmoment fuer uns!  Deshalb auch die Herz- Kreislaufmaschine in den Folgetagen. Grosses Raetsel, auf was er denn so heftig reagiert haben koennte. Irgendwann sind wir dahinter gekommen, dass die Ersatzmilch einen Inhaltsstoff enthaelt, auf den unser Kleiner allergisch ist oder war.

Also sollte ich erstmal wieder stillen. Nach 2 Tagen hat die Aerztin dann noch eine andere Ersatzmilch gefunden, die wir nun ausprobieren sollten. Nach einem Tag hat er die auch wieder ausgebrochen, und deshalb sollte er einen Tag und eine Nacht lang gar nichts essen, um ihn erst einmal ein bisschen zu „reinigen“. War auch kein leichtes Spiel, ihn vor allem in der Nacht hungern zu lassen; wir waren praktisch die ganze Nacht wach und Maeuschen hat das erste Mal den Schnuller akzeptiert! „Zum Glueck“ hing er am Tropf, durch den er ein gewisses Gefuehl der Saettigung hatte und auch mit den wichtigsten Stoffen genaehrt wurde.

Das Brechen schien dann nur von einem kleinen Virus oder auch nur vom Tropf (er hatte einfach keinen Hunger) gekommen zu sein, so dass es dann letztendlich doch mit der neuen Ersatzmilch geklappt hat. Seine Haut hatte sich in der Zwischenzeit durch die Behandlungen sehr verbessert, er hatte keinen Kratzattacken mehr und war bakterienfrei. Die anderen Werte hatten sich auch verbessert, so dass wir nach 2 Wochen mit der Ersatzmilch und einem Haufen Allergien in der Tasche entlassen wurden. Die Frage war nun, wie es zu Hause weiter gehen sollte. Immerhin war Er bereits 7 Monate alt und ich wollte auch mit der Beikosteinfauehrung beginnen. Doch wie?

Laut aerztlichem Rat sollte sich unser Kind in der ersten Zeit, also bis zum naechsten Kontrolltermin einen Monat nach der Entlassung, ausschliesslich von der Ersatzmilch ernaehren, und gluecklicherweise ging es ihm gut damit. Als er ca. 8 Monate alt war, wurde mit der Aerztin die Beikosteinfuehrung besprochen: Nach neuen Bluttests durften wir nun langsam die ersten Lebensmittel einfuehren, angefangen mit Reis, Moehren und Fenchel (anfangs fuehrten die zu einer sichtbaren Verschlechterung seiner Haut sowie Juckreiz). Spaeter kamen dann Kuerbis, Huehnchen, Pute, Schweinefleisch, gekochter (laktose-und glutenfreier!) Schinken sowie Zucchini hinzu. Eingefuehrt eins nach dem anderen, schrittweise. Noch kein Obst und wenn moeglich nur selbst gekochte Lebensmittel, da in fertigen Produkten oft Zusatzstoffe zu finden sind, auf die er allergisch reagieren koennte (wie Kartoffelstaerke, Soja oder anfangs auch Mais ). Anfangs nahm er nur eine kleine Mahlzeit mittags zu sich (ca. 100ml Brei), dazu bekam er immer noch etwas Milch. Er war einfach nicht so recht ueberzeugt von dem, was er da vorgesetzt bekam. Als er schon das erste Lebensjahr erreicht hatte, begannen wir auch mit gekochtem Obst und einem Abendbrei, der wie mittags aus Gemuese, Fleisch und Reismehl bestand. Aber weiterhin kleine, puerierte Portionen und nach wie vor viel, viel Milch, die man zudem nur in der Apotheke oder direkt ueber den Hersteller bekommt und pro Dose 400 Gramm €40 kostet! Anfangs reichte eine Dose fuer 2-3 Tage!

Vor jeder neuen “Lebensmitteltesteinfuehrung” wurden Haut- und/oder Bluttests gemacht um sicher zu gehen, dass unser kleiner Mann die neuen Sachen auch wirklich vertraegt. Viel Fahrerei, viel Geld, viel Geduld und dazu ein Kind, welches nicht unbedingt neugierig war auf die neuen Sachen.

Irgendwann (in Kurzfassung und Zeitraffer) kam dann zu unserer Lebensmittelauswahl auch Brokkoli, Blumenkohl, Hirse, Melone, Orange, Aprikose und Pflaume hinzu; vor kurzem auch Kalbfleisch, Auberginen, Thunfisch, Kakao, Tomaten (gekocht), Bohnen und Mais. Fuer uns schon eine Riesensache, vor allem weil wir vor ein paar Monaten erreicht haben, dass er doch so satt ist, dass er mit 3 Jahren angefangen hat, nachts auch mal durchzuschlafen!

Dazu kommt aber nach wie vor seine Neurodermitis, die immer mal wieder und ohne erkennbaren Grund (Wetterumschwung, Substanzen, mit denen er in der Kita in Kontakt kommt, Stress, Krankheit etc.) zum Vorschein kommt und die wir mit verschiedenden Cremes und Oelen behandeln. Kein Shampoo, kein Duschgel, nur Badeoel und spezielle Seife. Ausserdem haben wir fuer den “Notfall” langaermelige, sehr teure Seidenunterwaesche mit Handschuhen gekauft, denn dieses Material lindert den Juckreiz, vor allem in der Nacht. In letzter Zeit musste er diese aber zum Glueck kaum noch anziehen, da seine Haut, abgesehen von den Haenden, relativ gut aussieht.

Doch die Gefahr, auf irgendeine Substanz allergisch zu reagieren, ist natuerlich IMMER da.

ESSVERHALTEN

Was wir immer schon bemerkten ist die Tatsache, dass unser Minimensch nie eine fuer Kleinkinder typische orale Phase hatte. Nie hatter er den Drang, Dinge in den Mund zu nehmen. Auf der einen Seite war das gut so, denn so mussten wir nie befuerchten, dass er etwas in den Mund steckt, auf das er allergisch sein koennte. Aber im Nachhinein wird uns bewusst, dass ihm diese so wichtige Entdeckungsphase vielleicht doch fehlte….

Vielleicht haben wir auch zu lange damit gewartet, ihm feste Nahrung anzubieten. Vielleicht ist er einfach zu lange mit seinem Brei uns seiner Ersatzmilch aufgewachsen, und irgendwann kam er nicht mehr davon los. Oder vielleicht hatte wirklich eine psychologische Blockade und regelrecht „Angst“ vor den „Stueckchen“, die im Essen sein koennten. Das jedenfalls meinte eine Psychologin sowie ein Logopaede, an die wir uns mit unserem Kummerkind gewandt hatten.

Tatsache ist, dass er erst jetzt, im Alter von ueber 3 Jahren, feste Nahrung akzeptiert! Bis zum letzten Sommer hat er jegliche Art von „normalem“ Essen verweigert, so dass ich ihm seine kompletten Mahlzeiten in Breiform anbieten musste. Er war und ist nicht unbedingt waehlerisch; im Gegenteil: das, was ich ihm zubereite, isst er normalerweise sehr gerne. Nur Stueckchen durften nicht drin sein! Nicht mal kleine Kruemel! Dann kam es zur kompletten Nahrungsverweigerung, Brechreiz, panischen Versuchen, das Essen wieder aus dem Mund zu spucken, bevor es ueberhaupt den Gaumen erreichen konnte.
Selbst die Gruppendynamik in der Kinderkrippe hat ganze zwei Jahre lang nichts in Bewegung gebracht. Dazu kam wieder, erschwerend, die Tatsache, dass er sowieso anders essen musste als seine Freunde, da er aufgrund seiner Allergien einen speziellen Speiseplan hatte und noch immer hat.

Seine Breis, bestehend aus mehreren Gemuesesorten, Fleisch, Schinken oder Thunfisch und Reis, kochte (und puerierte) ich immer selber. Keine fertigen Sachen;  das Etikettenlesen war eh zwecklos, weil sowieso immer Zutaten drin waren, die er nicht essen durfte. Zum Nachtisch gab und gibt es bis heute gekochtes Obst wie Apfelmus und Birnen mit Kakao sowie Fruchtsaefte. Ab und zu mal etwas Mais- oder Reismilch, frisch gepressten Orangensaft und ganz, ganz selten mal einen Lutscher und Schokolade (ohne alles!).

Seitdem er „richtig“ isst bin ich noch kreativer in der Kueche geworden und habe im Handeln zudem viele Lebensmittel gefunden, die er aufgrund seiner anhaltenden Allergien problemlos zu sich nehmen kann: Reisbrot und Reisfocaccia (uebrigens echt lecker), alle moeglichen Formate an Nudeln aus Mais und Reis, Polenta. Mittlerweile kommen viele Reisgerichte, Suppen, etwas zu viel Fleisch und etwas zu wenig Gemuese aber umso mehr Obst auf den Tisch. Keine Suessigkeiten oder generell abgepackte Speisen. Wuerde ja bei der langen Allergieliste auch gar nicht gehen.

Und ab und zu geschieht es nun daheim, dass er nach einem „unseren“ Keks etc. fragt, weil er neugierig darauf ist (und natuerlich nun seine kleine Schwester sieht, die so gut wie alles isst!) und wir ihm das Gewuenschte nicht einfach so geben koennen, weil er allergisch darauf ist.

Alles in allem also eine komplizierte Angelegenheit, mit der wir aber ueber die Jahre hinweg gelernt haben umzugehen. Fuer unseren kleinen Menschen ist es mittlerweile normal, dass er gewisse Dinge nicht essen darf, dass ausser Haus bei eventuellem Nichtdabeiseins unsererseits wie z.B. bei Geburtstagsfeiern immer vorher geklaert werden muss, was unser Kleiner essen und trinken darf. In der Kita hat ihn die Koechin ins Herz geschlossen und denkt sich jeden Mittag eine ausgewogene Mahlzeit fuer ihn aus, trotz hundert anderer Kitakinder. Fuer uns heisst es keinen all-inklusive-Urlaub und ein Staendiges Herumtragen der Thermostasche, wenn wir mal ausser Haus essen. Nichts mit spontanem Pizza essen um die Ecke oder Eis essen mit Freunden. Nichts mit Plaetzchen backen in der Weihnachtszeit und keine Schokoladenweihnachtshasen.

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Da habt Ihr ja echt einiges durch. Unsere große Tochter ist im Dezember 2012 geboren und wir können von Glück sagen, dass sie nur eine Kuhmilcheiweißallergie hatte, die sich vor Kurzem verwachsen hat. Dennoch entdecke ich viele Parallelen. Starker Reflux, Neurodermitis, extremes Unwohlsein. Und eine ziemliche Odyssee, bis klar war, was sie hatte. Erst Blut im Stuhl brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Bewundernswert, wie kreativ Ihr mit der langen Blacklist an Lebensmitteln umgeht. Das wird sicher vielen betroffenen Familien Mut machen. Wie sieht bei Euch jetzt eigentlich die Langzeitprognose aus? Besteht die Chance, dass es sich noch verwächst? Sorry, falls ich das überlesen haben sollte. Weiterhin alles Gute! LG, Marianne

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    1. Mäusemamma sagt:

      Liebe Marianne! Erstmal vielen Dank für’s Lesen dieses etwas langen Beitrags, den ich ursprünglich nur für uns als Familie verfasst habe. Ja, wir haben da so einiges durch, aber ich muss sagen, dass man sich irgendwann mit der Situation abfindet und gar nicht mehr so sehr das „Extreme“ darin sieht. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir unserem Kind nichts abgewöhnen mussten, sondern er einfach in diese Problematik reingewachsen ist. Als Langzeitprognose haben uns die Ärzte Hoffnung gemacht, dass die meisten Allergien im Laufe der Jahre besser werden oder verschwinden, aber viele, wie z.B. Milch, Ei, Gluten, Weizen etc. sind noch immer extrem ausgeprägt. Wir hoffen, dass es so ist. Machst Du mit bei der Blogparade? Viele Grüsse! Claudia

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  2. Liebe Claudia, ich fand Deinen Beitrag sehr informativ und interessant! Meiner Meinung nach gibt es zu den Nahrungsmittelallergien bei Kindern noch viel zu wenig Erfahrungsberichte. Solche Beiträge wie Deiner sind echt Gold wert. Deshalb finde ich die Blogparade zu diesem Thema ebenfalls äußerst sinnvoll. Die war auch der Anlass dafür, unsere eigene Erfahrung in Sachen Kuhmilcheiweißallergie mal in einem Post zusammenzufassen. Ja, ich kann gut nachvollziehen, dass Ihr die Situation inzwischen als weitestgehend normal empfindet und das liest man auch aus Deinem Beitrag heraus. Das ist wunderbar, denn so machst Du wirklichen anderen Mut. Unsere Allergologin meinte auch, dass sich Nahrungsmittelallergien, die bereits im Säuglingsalter erworben wurden, in den meisten Fällen wieder verschwinden. Bei unseren Töchtern hat sich das auch bestätigt. Und Euch drücke ich auch ganz fest die Däumchen, dass sich die Allergien bei Eurem Sohn in ein paar Jahren verwachsen haben! Es gibt übrigens zwei gute Gründe, warum ich öfter bei Dir vorbeischauen werde: 1. Will ich wissen, wie es in Sachen Nahrungsmittelallergien bei Euch weitergeht und 2. ist Italien mein absolutes Traumland. 🙂 Viele Grüße zurück und wir lesen uns! Marianne 🙂

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    1. Mäusemamma sagt:

      Liebe Marianne! Danke für Deine netten Zeilen, auch die auf der Facebook-Seite. Es freut mich immer, wenn Freude beim Lesen entsteht und man sich, wie beim Thema Allergien, austauschen kann. Ich finde auch, dass zum Thema Allergien, vor allem bei Kindern, zu wenig sensibilisiert wird. Nichtbetroffene interessiert die Problematik verständlicherweise weniger, und oft wird sie als Modeerscheinung hingestellt und somit ins Lächerliche gezogen. Ich habe übrigens auch soeben meinen Beitrag zur Blogparade fertig geschrieben und möchte gerne auch Deinen verlinken, wenn es Dir recht ist. Ist nämlich schön, andere Erfahrungsberichte zu lesen und diese weiterzugeben. Viele Grüsse zurück nach Deutschland!! Claudia

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  3. Liebe Claudia, das mit dem Verlinken ist eine wunderbare Idee! Auch ich danke Dir für`s Teilen! Bitte entschuldige, dass diese Antwort als Nachzügler daherkommt, aber meinem Ämmale ist heute morgen der Geduldsfaden gerissen und der ist ja ohnehin sehr kurz. 😉 Ich habe Dich jetzt auch in meine Blogroll aufgenommen, da mir Dein Blog sehr gefällt. Es stimmt, dass Nichtbetroffene die Problematik nicht sonderlich interessiert und sie dazu neigen, das Ganze zu bagatellisieren, weil sie einfach nicht wissen, was es bedeutet. Und in 9 von 10 Fällen wird die Kuhmilcheiweißallergie mit einer Laktoseintoleranz verwechselt. Allerdings werden die Nahrungsmittelallergien immer häufiger und damit auch der Informationsbedarf. Viele Grüße zurück nach bella Italia! 🙂

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  4. Mäusemamma sagt:

    Danke Dir!! Ja, es stimmt, dass Allergien und Intoleranzen oft in einen Topf geschmissen werden; ich stosse dabei sehr oft auf Unwissenheit. Kann man ja Nichtbetroffenen auch nicht übel nehmen… Viele liebe Grüsse!! Claudia

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  5. Bara sagt:

    Hallo liebe Claudia. Ich hoffe deinem Sohn geht es schon etwas besser.
    Wir haben ein ähnliches Problem mit meiner fast 3 Jährigen Tochter. Sie hat auch paar Allergien und so einige Intoleranzen.Vielleicht besteht die Möglichkeit uns privat irgendwie zu unterhalten.
    Wir kommen überhaupt nicht weiter. Ganz liebe Grüße aus Frankfurt

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    1. Mäusemamma sagt:

      Hallo liebe Bara!! Danke für Deine Nachricht! Unser Sohn wird im Mai 5 und im Vergleich zu vor 2 Jahren hat sich zum Einen sein Essverhalten extrem verbessert- er putzt immer alle seine Teller leer und ist endlich von der „Breiform“ losgekommen- zum Anderen hat er trotzdem noch sehr viele Allergien und muss deshalb weiterhin strikt Diät halten. Wir haben jetzt für einige Nahrungsmittel eine Desensibilisierung begonnen, die aber sehr schleppend voranschreitet. Aber mehr kann ich Dir ja bei Interesse berichten. Schreibe mir doch über Facebook eine PN, dann schicke ich Dir meine e-mail- Adresse. Viele Grüße zurück!

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