„Urlaub“ mit Kindern

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Der Begriff „Urlaub“ ist vielleicht nicht der Passendste, wenn man von Reisen mit Kleinkindern spricht. „Luftwechsel“, „Rauskommen aus dem Alltagstrott“ oder „anderweitige Kinderbeschäftigung“ treffen Familienurlaube wohl eher. Oder wie ich es bei einer Bloggerkolleginn kürzlich las: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Und das nicht nur wegen des zu bewältigenden Wäscheberges, wenn man wieder mit Kind und Kegel die eigenen vier Wände betritt…

Ich gebe zu: ich wollte immer eine „lockere“ Mama sein; eine, die ihr Kind von Anfang an in den Babyrucksack steckt und mitnimmt auf die geliebten sommerlichen Treckingtouren in den Bergen. Oder die während der Elternzeit mitsamt Familie eine halbe Weltreise unternimmt und dem Kind dabei gleich eine zweite Sprache vermittelt. Eine, die ihren Schützling bei Wind und Wetter Gummistiefel und Regenjacke überstülpt, um wie Peppa und George munter in allen auffindbaren Pfützen rumzuspringen.

Aber ganz so sieht meine und unsere Familienrealität dann doch nicht aus: Gut, die Sache mit der Weltreise war wohl eher eine Utopie, die man nicht wirklich übel nehmen kann. Die mit der Fremdsprache eher schon. Als deutsche Muttersprachlerin liegt es natürlich nahe, dass ich mit meinen Kindern, meinem eigenen Fleisch und Blut, deutsch spreche. Doch die Umsetzung dieses einst für mich absolut unanfechtbaren Zieles der Zweisprachigkeit stellt sich vor allem für mich komplizierter dar als gedacht. Seit 15 Jahren lebe ich in Italien, mein Mann ist Italiener, mein gesamtes soziales Umfeld besteht zu 99% aus Italienern und deutsch spreche ich allenfalls zwei bis dreimal im Monat mit meinen Eltern am Telefon. Kein Wunder also, dass es mir nicht unbedingt spontan leicht fällt, einzig und allein mit meinen Kindern deutsch zu sprechen….

Auch die guten Vorsätze mit den sportlichen Babywandertouren und den spontanen Gummistiefelplanschausflügen stellen sich nicht unbedingt als realitätsnah heraus: Ich ertappe mich doch oft zu perfektionistisch und übertrieben sauberkeitsliebend („Zieh bitte SOFORT die dreckigen Schuhe aus!“ “ Ab ins Bad und Hände waschen, bevor du IRGENDWAS anfässt“) und zu italienisch („O no! Du hattest diese Hose doch gerade erst frisch angezogen! „Mach Dich nicht nass, sonst wirst Du noch krank!“ „Was essen wir denn unterwegs?“ „Hast Du auch den Kaffee eingepackt?“). Um nicht von den „Phobien “ meines Mannes zu sprechen.

Da wir gerade von meiner besseren Hälfte sprechen: Als waschechter Piemonteser ist er sehr mit seiner Heimat verbunden (hier gibt es den Begriff “ bugia nen“ dafür) und auch wenn er in jungen Jahren selbst zwei Jahre in Südamerika gelebt hat, würde er seine Wurzeln nur ungern verpflanzen. Und aus diesem Grund haben für ihn Urlaub und Familienausflüge nicht unbedingt Priorität und wenn Urlaub ansteht, dann bitte MAXIMAL zehn Tage! Ausserdem hat er bereits erkannt, dass „Urlaub“ mit Kindern nicht mehr die Bedeutung von Urlaub hat, die wir als Verlobte noch genießen durften…

Sei wir stolze Eltern sind, haben wir unsere bis dahin geliebten Trekkingsonntage und jährlichen Aktiv-und Kultururlaube mit gelegentlichem romantischen Restaurantbesuch gegen Spielplatzsonntage und Strandtage nach dem Motto „Pack die Badehose ein…“ eingetauscht. Vielleicht kommt mal noch eine Familienradtour zustande mit Kindersitzen und Anhängern, aber das war bis dato das Highlight einer aktiven „Familienfreizeit“.

So „locker“ wie ich dachte sind wir als Eltern eben einfach nicht. Die Sorge darüber, dass die Kinder auch alles mithaben, was sie „brauchen“. „Haben wir auch das Plüschtier/ die Fieberzäpfchen/ die Spuckbeutel fuer’s Auto/ die Thermoskanne etc. eingepackt?“  Was wenn schlechtes Wetter wird; was, wenn einer von beiden krank wird? „Die Stadtbesichtigung sollten wir vielleicht doch lieber weglassen?!“…Von wegen Weltreise!

Ein anderer Grund, warum sich für uns auch simple Tagesausflüge bisher eher als problematisch darstellten, ist die Tatsache, dass unser Grosser an einer Vielzahl von Lebensmittelallergien leidet und bis zum Alter von 3 Jahren jegliche Art von fester Nahrung verweigerte! Dazu aber mehr in einem anderen Bericht! Und was es bedeutet, ausserhalb der eigenen vier Waende mit einem Allergikerkind zu speisen, koennt ihr euch vielleicht vorstellen! Also nicht mal fix an der Imbissbude ein Wuerstchen kaufen oder in der Gaststaette einen Teller Nudeln bestellen.

Wie dem auch sei: Ich moechte diesen Blog auch gerne dazu nutzen, um Urlaubs-und Reiseerfahrungen als Familie mit Kindern auszutauschen und dabei besonderen Wert auf kinderfreundliche und familiengerechte Reiseziele, Unterkuenfte und Morglichkeiten zur Freizeitgestaltung legen. Es gibt sicherlich schon zahlreiche Blogs zu diesem Thema, doch mir liegt es am Herzen, kinder-und familienfreundliches Reisen zu „sponsoren“, Tipps zu sammeln und so eind kleine Plattform aufzubauen, die vielleicht als Anreiz dienen kann fuer Urlaubsideen mit Kids.

Was habt ihr fuer Erfahrungen auf Reisen mit Kindern gemacht, vor allem mit dem Kleinsten?

Welche Einrichtungen und Urlaubsziele in Deutschland und weltweit koennt ihr empfehlen?

Wohnmobil, Camping, Flugreisen, all inclusive – welche Art zu reisen liebt ihr?

Meine Reiseempfehlung #1 folgt!! Ich hoffe, eure auch!!

 

 

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14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Küstenmami sagt:

    Hallo liebe Claudia,

    Urlaubsempfehlungen zu sammeln, finde ich ganz klasse, denn Tipps für den Urlaub oder besser den „Luftwechsel“ mit Kleinkindern kann es gar nicht genug geben! Wir waren mit unseren zwei Küstenkindern schon im schönen Dänemark und haben da eine Menge erlebt: http://kuestenkidsunterwegs.blogspot.de/search/label/Urlaub 🙂 Ach ja, und viele Ausflugstipps für den hohen Norden Deutschlands gibt‘ bei uns auch!

    Viele liebe Grüße und alles Gute für Deinen süßen Blog

    Küstenmami

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    1. Hallo liebe Kuestenmami! Danke fuer Deinen netten Kommentar

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      1. Duerfte ich denn Euren Urlaubsbericht aus Daenemark auf meiner Seite vorstellen? Damit waerst Du die Erste, noch vor mir😊! Ein gutes bloggen auch fuer Dich und ich hoffe, wir bleiben in Verbindung! Viele Gruesse!

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    2. Hallo liebe Kuestenmami! Danke fuer Deinen netten Kommentar! Duerfte ich denn Deinen Urlaubsbericht auf meiner Seite vorstellen? Damit waerst Du die Erste, noch vor mir😊! Viele liebe Gruesse und ich hoffe, wir bleiben in Verbindung!

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      1. Küstenmami sagt:

        Gerne, das ist eine tolle Idee! Schreib mir doch mal eine Mail an kuestenkidsunterwegs (ät) gmx punkt de und lass mich wissen, wie das aussehen könnte. Dann können wir die Details klären 🙂 Viele liebe Grüße!

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  2. Ok, mache ich gerne! Muss mir nur noch ueberlegen, wie ich das Ganze aufbauen moechte. Hoffentlich kommen mit der Zeit noch weitere Empfehlungen und Berichte dazu- waere toll! Viele liebe Gruesse!

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    1. Küstenmami sagt:

      Klar, wir sind gerne dabei!

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  3. Corinna sagt:

    Und ich dachte, nur ich hätte Probleme, wirklich immer Deutsch zu sprechen. Hab‘ mich schon immer mal über mich selbst geärgert, wenn wieder etwas auf Italienisch rausgerutscht ist.

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    1. Mäusemamma sagt:

      Haha!! Immer?? Ich spreche fast nie deutsch und mein Grosser, fast 4, versteht mit deutsch nur Bahnhof!! 😕

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      1. Corinna sagt:

        Oh, das würde ich gern verhindern, denn in diesem Fall könnte er nämlich nicht mit seiner kompletten Deutschen Verwandtschaft kommunizieren. Von denen spricht kein Einziger Italienisch. Meine Mama versucht immer mal wieder, etwas zu lernen, aber mit mäßigem Erfolg, was jedoch normal ist, wenn man eine Sprache erst im weit fortgeschrittenen Alter lernen will.

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  4. Mäusemamma sagt:

    Ich hatte eigentlich immer den festen Vorsatz, meinen Kindern die deutsche Sprache zu vermitteln, aber ich finde die Sache mit der Zweisprachigkeit voll schwer. Es liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich schon so lange in Italien bin und ausser mit Reisegruppen und meinen Eltern am Telefon in meinem Alltag nie deutsch verwende. Mein Mann versteht es sowieso nicht und mit den Kindern kommt es mir dann immer so erzwungen und unnatürlich vor. Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, am Ball zu bleiben, aber so richtig klappt es nicht. Und klar ist es schade, wenn es mit dem Kommunizieren auf deutsch, vor allem mit Oma und Opa, schwer ist… Werden mal sehen, wie sich die Sache weiter entwickelt… Viele Grüsse! Claudia

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